Künstliche Mineralfasern (KMF)

Künstliche Mineralfasern sind amorphe silikatische Fasern und werden unterteilt in Mineralwollfasern (Glas-, Stein-, Schlackenwolle), textile Glasfasern, Keramikfasern und Fasern für Spezialzwecke (Glas-Mikrofasern). Künstliche Mineralfasern wurden und werden auch heute noch in allen Arten von Dämmungen verwendet.    

 

Eigenschaften  
  • Gruppe künstlich hergestellter silikatischer, glasigamorpher Fasern unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung
  • Unbrennbarkeit
  • sehr gute Wärmedämmwirkung
  • zum Teil Verspinnbarkeit (textile Glasfasern)
  • thermische Stabilität
  • begrenzte Beständigkeit gegen Wasser und Chemikalien 
Vorkommen im Gebäude   Wärme- und Schallschutz
  • Innenwänden/Leichtbauwänden
  • Akustikdecken
  • Fußböden
  • im Dachausbau
  • Außenfassaden
  • Trittschalldämmung unter Estrich
  • Mineralfaserhaltiger Putz
  • Wärmedämmung in Rolladenkästen

  Brandschutz:

  • Fassadenbau
  • Spritzisolierungen 
Gesundheitliche Wirkung  
  • kanzerogenes Potential (krebserzeugend)
  • Juckreiz bei Hautkontakt 

Einstufung von KMF (WHO-Fasern) nach GefStoffV auf Grundlage des KI-Wertes* gemäß TRGS 905:

  • K2: KI-Wert  30 
  • K3: 30 < KI-Wert > 40 
  • keine Einstufung als krebserzeugend”: KI-Wert  40 
Grenz- bzw. Richtwerte
  • 500.000 Fasern/m³: TRK-Wert am Arbeitsplatz 
  • 1.000 Fasern/m³ : Hintergrundwert für Innenräume
Rechtliche Grundlage/
Vorschrift
 
  • TRGS 521, Teil 1 (10/1996): "Anorganische Faserstäube" ; 
  • TRGS 521, Anlage 4 (10/1998) "Umgang mit eingebauten Produkten im Hochbau" 
  • TRGS 905, Nr. 2.3: “Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe”
Beurteilungsgrundlage  
  • Inaugenscheinnahme
  • Luftmessungen (Dämmstoff als Referenzprobe)
  • KI-Wert
  • BIA-Verfahren: 7488 
Probenahme   Abscheiden faserförmiger Partikel auf einem goldbedampften Kernporenfilter aus Polycarbonat gemäß VDI-Richtlinie 3492, Blatt 2 ; Probenahmedauer: 8 Stunden
 
Analysenmethode   Rasterelektronenmikroskop (REM) mit gekoppelter energiedispersiver Röntgenmikroanalyse (EDXA) zur Faseridentifizierung ; gemäß VDI 3492, Blatt 2  
Handlungsempfehlungen  
  • der Einbau von KMF muß so erfolgen, daß eine Faserfreisetzung in die Raumluft ausgeschlossen ist
  • jeder unnötige Kontakt mit KMF ist zu vermeiden
  • Ersatzstoffverpflichtung für alte Produkte laut Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) 
Sanierungsmöglichkeiten  
  • Methode 1: Entfernen 
  • Methode 2: Beschichten 
  • Methode 3: Räumliche Trennung
 












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