Lindan, Lindanmessungen

 

Eigenschaften  
  • geruchloser, farbloser Feststoff
  • in Wasser schwer, in Alkohol u.a. organischen Lösemitteln gut löslich
  • ein starkes Gift für Insekten (Insektizid) und Vorratsschädlinge
  • bei Verwendung als Holzschutzmittel meist zusammen mit PCP
Vorkommen im Gebäude  
  • Holzoberflächen von Wandverkleidungen, Balken, Türen, Vertäfelungen, Böden, Fenstern oder Möbeln
  • Dachstuhl und Holzkonstruktionen (z.B. Fachwerk)
  • Textilien wie Ledercouch, Markisen, Zelte
  • Mottenmittel
  • in Farben und Lacken
  • Bekämpfung von Kopfläusen
  • Pflanzenbehandlungsmittel 
Gesundheitliche Wirkung  
  • Nervenschäden
  • allgemeine Mattigkeit
  • Schwindelgefühl
  • Bauch- und Kopfschmerzen
  • Wirkung auf das zentrale Nervensystem
  • Muskelschwäche
  • Schlafstörungen
  • reduzierte Merkfähigkeit
  • derzeit kein kanzerogenes Potential ausgewiesen
Grenz- bzw. Richtwerte  
  • 1,0 µg Lindan/m³ Luft: Vorsorgewert für Innenräume 
  • 0,5 mg Lindan/m³ Luft: (aktueller Vorschlag DFG: 0,1 mg/ m³) MAK-Wert
  • 20 µg/l Vollblut BAT-Wert
Rechtliche Grundlage/
Vorschrift
 
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV ) 
  • TRGS 905 
  • PCP-Richtlinie (bei gleichzeitigen Vorkommen) 
  • Leitfaden des Bayrischen Innenministeriums
Beurteilungsgrundlage  
  • Luftmessungen
  • Staubproben
  • Materialproben (Leitfaden des Bayrischen Innenministeriums) 
Probenahme  
  • Hausstaubbeprobung (zur Bestandsaufnahme)
  • Materialbeprobung (zur Bestandsaufnahme)
  • Raumluftprobenahme auf Polyurethan-Schaum mit vorgeschaltetem Glasfaserfilter, Probenahmedauer ca. 3 - 8 Stunden ; (zur Bestandsaufnahme und zur Erfolgskontrolle der Sanierungsmaßnahmen) 
Analysenmethode   Gaschromatograph/Massenspektrometer (GC-/MS), bzw. Gaschromatograph/Elektroneneinfangdetektor (GC/ECD), gemäß Leitfaden des Bayerischen Staatsministeriums des Innern  
Handlungsempfehlungen   >1µg Lindan/m³ Luft im Jahresmittel:

Sanierung von Aufenthaltsräumen 

Vorläufige Maßnahmen bis zur Sanierung:

  • Erhöhung der Reinigungsintervalle (feucht)
  • ausreichende Raumbelüftung (regelmäßig)
  • Hautkontakt mit belasteten Oberflächen vermeiden 
Sanierungsmöglichkeiten  
  • Austausch von belasteten Konstruktionselementen
  • Anbringen von diffusionsdichten Sperrschichten
  • Abtragen von belasteten Oberflächenschichten
  • Anstrich mit schadstoffundurchlässigen Mitteln
  • Reinigen oder Entfernen von sekundär  kontaminierten Einrichtungsgegenständen 












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